Die letzten Eindruecke aus Guandera

So das ist jetzt mein letzter Eintrag zu meiner Zeit als Volunteer in der Station im Guandera-Wald. Morgen frueh werd ich dann von DSC01213-e1279388876178-150x150 in Die letzten Eindruecke aus Guanderadort aufbrechen und weiterreisen, aber dazu spaeter noch.

Ich fang einfach mal dort an, wo ich letztes Mal aufgehoert hab. Letzten Samstag war hatte ich dann noch ein bisschen Zeit hier in San Gabriel und hab dann hier so ne Art Eisdiele (ist hier natuerlich kleiner und bisschen heruntergekommener wie bei uns) und hab dort noch nen Milchshake getrunken. Die bestehen hier uebrigens nur aus Milch und Fruechten. Das Problem war nur, dass die nette Verkaeuferin mir zwar die Fruechte aufgezaehlt hat die sie hat, ich aber die spanischen Namen nicht kannt. War ziemlich lustig, sie hat dann naehmlich einfach von jeder Frucht eine geholt und ich konnte mir aussuchen was ich will. =) Naja das werd ich heute auf jeden Fall spaeter wieder machen.

Am Sonntag war ich dann in der Gemeinde unten um Mails zu schreiben. Als ich mich dann auf den Heimweg gemacht hab, hab ich noch nem Mann geholfen sein Gelaende Motorad (das ham hier ziemlich viele) an ner Baustelle vorbei zu tragen und zum Dank hat DSC01137-e1279389077349-150x150 in Die letzten Eindruecke aus Guanderaer dann gemeint, er nimmt mich mit hoch zur Station. Erst war ich ein bisschen skeptisch, weil hier niemand mit Helm faehrt und das hier holprige Bergstraesschen sind. Aber ich habs natuerlich troztdem gemacht und es hat echt Spass gemacht. =) Man muss dazu sagen, dass er auch echt vernuenftig gefahren ist und diese Motorraeder echt super sind fuer die Strassen hier.

Nachmittags sind dann noch ein paar Studenten gekommen, die sich die Station anschauen wollten und mit denen ich mich dann ne Weile unterhalten hab. Eine von denen hatte die ganze Zeit ihr Handy mit Radio an, weil nebenher ja das Endspiel der WM lief.

Dann waren wir in der letzten Woche noch zwei Mal wandern. Das erste mal am Montag waren wir bei nem Wasserfall der vom Paramo in den Wald runter kommt. Den hatten wir schonmal von weitem gesehen und ich hab zu Jose dann gemeint, dass ich den noch sehen will. Er hat erst gemeint, das sei gefaehrlich, weil der Weg ziemlich schlecht ist. Also auf jeden Fall war dort anscheinend DSC01211-150x150 in Die letzten Eindruecke aus Guanderaschon seit zwei Jahren niemand mehr, weil sich dort mal eine Volunteerin gleich doppelt ein Bein gebrochen hat. Ich glaube Jose hatte aber auch Lust dort mal wieder hin zu gehen, also hat er sich mit einer Machete bewaffnet und wir sind losgezogen. Am Anfang hat man den Weg fast nicht mehr gesehen und Jose musste ihn wieder freischlagen. Spaeter hab ich dann auch gemerkt warum er gemeint hat, dass der weg ziemlich anspruchsvoll ist. Teilweise mussten wir an den Wurzeln von riesigen Baeumen Steilhaenge hoch klettern oder in der Hocke durch ein Bachbett waten und noch mehr solcher Spaesse halt. =) Aber es hat auf jeden Fall Spass gemacht und der Wasserfall war super. Danach sind wir an dem Wasserfall vorbei in den Paramo hoch gewandert und auf einem anderen (besseren) Weg wieder zurueck. Dieser wird aber anscheinend auch nicht sehr oft benutzt, auf jeden Fall haben wir auf dem Weg zurueck im Wald noch total viele Orchideen gesehen. Nach ner Zeit weis man dann auch wo man die Suchen muss.

Das zweite mal war am Donnerstag. Da haben wir dann eine Tagestour gemacht. Wir sind zuerst ziemlich weit in den Paramo DSC01218-e1279389486432-150x150 in Die letzten Eindruecke aus Guanderagewandert zum “Sancha de Piedra” (heist soviel wie Grenze im Stein) das ist ein Einschnitt in einem Bergruecken, von dem man glaubt, dass er von den Inkas stammt. Dieser Bergruecken ist zugleich uebrigens auch die Grenze zwischen dem Andenhochland und dem Amazonastiefland. Auf dem Foto wo ich zu sehen bin stehe ich auf dieser Grenze in 4100m Hoehe. Dort haben wir uebrens auch eine Andenrose gesehen, die sind anscheinend ziemlich selten, aber Jose weis wo man sie suchen muss.  Danach sind wir dann in einem grossen Bogen zur “Nariz del Diabolo” (Teuflesnase, eine andere wie das Tourihighlight weiter im Sueden) gewandert. Das ist ein grosser Felsvorsprung von dem man eine super Aussicht ueber das Andental hier hat. Dort kann mann auch ein Stueck runterklettern, wo es einen Platz unter diesem Felsvorsprung gibt, wo wir dann zu mittag gegessen haben. Von dort aus sind wir dann wieder zurueck zur Station. Leider haben wir keinen Baeren gesehen, obwohl Jose gemeint hat, dass er bei dieser Tour bis jetzt fast immer einen gesehen hat. Insgesamt sind wir 7,5 Stunden gewandert, dabei wahren wir ziemlich schnell, denn Jose hat gemeint, dass er mit manchen Volunteer-Gruppen auch DSC01235-150x150 in Die letzten Eindruecke aus Guanderaschon an die 12 Studen fuer die Strecke gebraucht hat.

Ansonsten war ich diese Woche zum Beispiel noch mit Margarita beim Milch holen. Dazu kann ich nur sagen, hier ist die Welt noch in Ordung. Dazu sind wir ca. 20 min zu einem der naechsten Hoefe gelaufen. Dort war der Bauer grad mit nem Eimer und nem kleinen Fass auf der Weide bei den Kuehen und hat sie gemolken. Wir konnten dann no zu schauen wie er unsere Milch von einer Kuh gemolken hat und haben sie dann direkt bekommen. Wieder in der Station hab ich dann ein Glas von der ganz frischen Milch bekommen, schmeckt wirklich super, viel besser als das was man bei uns im Supermarkt bekommt. Bei uns wurde die Milch dann gleich noch ein bisschen gekocht, weil man anscheinend von der rohen Milch Bauchschmerzen bekommen kann, ich hab nichts davon gemerkt. =)

Und damit ihr nicht denkt, dass ich hier nur zum Spass bin. Ich hab zum Beispiel auch noch eine Grube fuer ein neues Klo hier ausgehoben, weil im Sommer ne Gruppe von 40 Leuten hier her kommt und dann die 2 Klos im Haus ein bisschen wenig waeren.

Der Freitag war dann noch ein schoener Abschluss. Morgends sind wir den Rundweg durch den Wald gelaufen und haben Samen von DSC01252-e1279389824430-150x150 in Die letzten Eindruecke aus GuanderaGuandera Baeumen gesammelt. Dabei haben wir auch gruene Papageien gesehen, die sahen ziemlich toll aus, waren aber leider zu schnell und dann zu weit weg fuer ein Foto. Die Samen haben wir dann mittags eingepflanzt, die kleinen Baeumchen werden dann fuer ein Wiederaufforstungsprojekt verwendet. Ausserdem haben wir noch Minze in den Garten vor dem Haus gepflanzt, weil es jeden Nachmittag hier nen Minztee gibt, die Pflanze dazu war aber immer ein Stueck weg von der Station. Spaeter ist dann noch ein ehemaliger Volunteer (10 Jahre her), aus Oesterreich, mit seiner Familie vorbei gekommen. Er hat sich bei seinem Aufenthalt hier damals in die Kuechenaushilfe verliebt und lebt jetzt mit ihr in Oesterreich und kommt manchmal mit ihr hier her um ihre Familie zu besuchen.

Es war auf jeden Fall eine super Zeit hier und wenn ich nochmal vor der Wahl staende wuerde ich es wieder hier machen. Aber jetzt freu ich mich auch ziemlich drauf, den Rest von Ecuador zu sehen. Mittlerweile ist ja schon ueber die Haelfte meiner Zeit hier in Ecuador vorbei. Mein Spanisch hat sich uebrigens ziemlich gebessert. Ich kann mich jetzt ziemlich gut verstaendingen und mich sogar ein bisschen mit den anderen unterhalten. Und verstehen tu ich fast alles was sie sagen, auch wenn mir manchmal ein Wort unbekannt ist.

Also werd ich Morgen frueh von der Station nach Tulcan aufbrechen. Das ist die Hauptstadt dieser Region und sie liegt direkt an der Grenze zu Kolumbien. Keine Angst dort ist es nicht gefaehrlich. Auf jeden Fall hab ich beschlossen dort dann noch eine Nacht zu bleiben, weil ich von hier oben im Norden noch wa sehen will, bevor ich mich am Montag mittag auf den Weg zurueck nach Quito mache um am Dienstag dort Marie ab zu holen. Soviel zu meinen weiteren Plaenen.

Viele Gruesse aus Ecuador

1 Kommentar zu „Die letzten Eindruecke aus Guandera“

  • leonid:

    hi, als ich sen bericht so gelesen hab bekam ich auch lust auf so n’ Früchte-Milchsake :) na mal sehen villeicht gehste ja ach in 10 Jahren wieder dort hin^^
    leo

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Hey,
freut mich, dass ihr den Weg zu meinem Blog gefunden hast. Ich werde hier immer mal wieder etwas schreiben und euch Bilder zeigen. Ihr dürft gerne alles kommentieren, oder mir eine Mail schreiben.
Viele Grüße, Julius