Im Dschungel-Camp

Am Dienstag Abend habe ich dann also eine, nach 18 Stunden im Flugzeug, ziemlich fertig aussehende Marie (nimms mir nicht uebel) vom Flughafen abgeholt. Wir haben dann beschlossen, am naechsten Tag gleich ins Amazonas-Tiefland aufzubrechen und keine Zeit in der Hauptstadt zu verschwenden.
Nach einer 6-stuendigen Busfahrt kamen wir dann abends in Tena, eine der groesseren Staedte dort, an. Ein paar Minuten spaeter kamen wir dann, von dem schwuelen Klima
erschlagen, in einem Hostel mit deutschem Besitzer an. Das Zimmer im Hostel hatte zum Glueck Mueckengitter vor dem Fenster und, was uns in diesem Moment viel wichtiger war einen Ventilator. =) Nachdem wir wieder etwas abgekuehlt waren haben wir uns auf die Suche nach einem Abendessen gemacht und uns Backpacker-typisch mit gegrillter Banane und Maiskolben an den Strassenrand gesetzt. Zurueck im Hostel fielen wir muede ins Bett und wurden am naechsten morgen erst von dem lautstarken Hahn des Nachbarn geweckt. Nach einem
Fruehstueck auf der Hostel-Terasse mit Blick ueber die Stadt und den angrenzenden Regenwald, haben wir uns noch auf die Suche nach Flipflops fuer mich gemacht. Leider jedoch erfolglos, da meine Schuhgrosse hier hoechstwahrscheinlich nicht existiert. =) Am spaeten Vormittag trafen wir an unserem Hostel dann eine noch realtiv junge Deutsche (Inga), die mittlerweile hier Dschungel-Touren organisiert und deren Flyer wir in unserem Hostel in Quito gefunden hatten, getroffen. Mit ihr haben wir dann unseren Aufenthalt im Regenwald
geplant.
Nachmittags zogen wir dann noch auf eigene Faust los um einen Wasserfall zu besichtigen. Dieser war echt schoen, leider hatten wir wenig Zeit und keine Badesachen dabei, denn zu diesem Zeitpunkt waere ein Bad in dem kuehlen Bach genau das richtige gewesen. Danach fuhren wir noch weiter nach Misahualli gefahren, einem kleinen Dorf an einer Flussmuendung, welches frueher der Ausgangspunkt fuer Dschungelexpeditionen war. Heute bevoelkert eine Horde frecher
Kapuzineraffen den Strand dort und sorgt fuer die Unterhaltung der Einheimischen und Reisenden.
Wieder zurueck in Tena wurden wir dann gegen Abend von Inga und ihrem ecuadorianischen Mann am Hostel abgeholt. Mit ihnen fuhren wir dann zum Grundstueck eines Freundes, der inmitten seines eigenen Regenwaldes eine Unterkunft fuer Reisende aufgebaut hat. Nach einer 20-minuetigen Autofahrt, mussten wir dann mit unseren Rucksaecken noch ca. eine halbe Stunde durch den Dschungel kaempfen, bis wir uns dann schliesslich, mit einer kalten
Dusche mitten im Regenwald, an einer wunderschoen gelegenen Finca, abkuehlen konnten. Nach einem leckeren Abendessen (Nudeln mit Gemuese). Als wir dann endlich in den bequemen Betten lagen, stoerte uns nicht einmal die ungewohnte, aber einzigartige Geraeuschkulisse beim Einschlafen. Spaeter erfuhren wir uebrigens, dass es sich dabei hauptsaechlich um Froesche handelt die Laute machen, welche normalerweise nur von Affen und Grillen erwartet werden.
Am naechsten morgen erwartete uns Inga schon mit Pfannkuchen und Obstsalat. Kurz darauf sind wir aufgebrochen und mit ihrem uralten Landrover ueber eine Schotterpiste zum Fluss (Rio Napo) gefahren. Dort erwartete uns bereits ein Motorkanu, welches uns ein Stueck flussaufwaerts zu einem Kichwa-Museum brachte. Dort konnten wir unteranderem verschiedene Jagdmethoden, Fallen und Utensilien aus dem taeglichen Leben der Ureinwohner besichtigen. Nach dem Mittagessen
konnten wir uns noch im Blasrohr-Schiessen (welches uebrigens ca. 2 Meter lang war) versuchen und von die traditionelle, alkoholhaltige Chilca kosten. Dieses Getraenk aus vergorener Yuca ist uebrigens auch das Grundnahrungsmittel der Indianer hier.
Spaeter liessen wir uns dann auf Reifen den Fluss abwaerts treiben, bis zu einer Tierauffangstation. In diesem Projekt, welches von einer Deutschen gegruendet wurde, werden einheimische Tiere, welche verletzt oder gefangen genommen wurden,
gepflegt und wenn moeglich wieder im eigenen geschuetzten Regenwaldreservat ausgewildert. Ein lustiger Australier fuehrte uns durch die Station, wo wir unter anderem verschiedene Affen-, Papageien-, und Schildkroetenarten, von denen einige auch frei in der Anlage leben. Danach gings wieder zurueck in unsere Regenwald-Unterkunft. Am Abend erwaehnte Marco (der Besitzer der Finca, ein echt lustiger Geselle) ganz beilaeufig, dass hier in seinem Wald auch die gefaehrlichsten Schlangen Suedamerikas zu finden sind.
=)
Waehrend ich mich am naechsten Tag mit Inga und Marco durch den Regenwald und eine Schlucht gekaempft hab, hat es sich Marie, mit einem Spanisch-Sprachfuehrer, an der Finca in einer Haengematte bequem gemacht. Spaeter hab ich mich dann noch mit Marco, leider erfolglos =), im Goldwaschen versucht. Am Abend hat Tony uns dann ein traditionelles Gericht der Kichwa, aus in Blaettern eingewickeltem,

gegrilltem Fisch und Yuca zubereitet. Dabei haben festgestellt, dass dasOktoberfest sogar im Amazonas-Regenwald bekannt ist. =)
Am naechsten Morgen mussten wir dann Abschied von unserer Jungel-Herberge und unseren Reiseleitern, mit denen wir mittlerweile einfreundschaftliches Verhaeltnis hatten. Wieder in Tena machten wir uns dann auf den Weg nach
Baños.